Das Problem der moralischen Motivation im Ersten Abschnitt von Kants Grundlegung zur Metaphysik der Sitten und der Begriff „Achtung fürs Gesetz“ als Lösungsansatz

Abstract

Immanuel Kant (1724-1804) geht in seiner Grundlegung zur Metaphysik der Sitten (GMS, 1785) der Frage nach, was sittliches Handeln ausmacht. Dabei erschliesst er den Lesern sein wohl bekanntestes Konzept, den Kategorischen Imperativ. Sicherlich nicht ganz so prominent wie dieser ist das moralische Gefühl der Achtung, das nichtsdestotrotz einen moralphilosophischen Problempunkt thematisiert. Die Achtung ist Kants Lösungsansatz für das Problem der moralischen Motivation, bzw. warum wir überhaupt moralisch handeln. Die Begriffsklärung, die Kant in der GMS unternimmt, bleibt jedoch skizzenhaft und wird erst in späteren Schriften verstärkt behandelt (allem voran in der Kritik der praktischen Vernunft). Doch die zahlreichen Verweise und Erwähnungen des Begriffs, einschliesslich einer ausführlichen Anmerkung dazu, deuten darauf hin, dass die Achtung Kant schon in der GMS, seiner ersten rein moralphilosophischen Abhandlung beschäftigt hat. Mir erscheint es darum wichtig, das Problem der moralischen Motivation aufzuzeigen und die Ansätze, die Kant in der GMS zur Achtung entwickelt, für einmal dezidiert herauszuarbeiten.

Dabei wird es in erster Linie darum gehen, eine Darstellung des Kontexts, in dem moralische Motivation überhaupt nötig ist, zu liefern. Ich werde darin zuerst einige Grundlagen klären, welche es ermöglichen, danach vertieft auf Konzepte wie das „Vernunftgesetz“, den „guten Willen“ oder die „Neigungen“ einzugehen. In diesen Auseinandersetzungen werde ich den Zusammenhang zwischen jenen Konzepten erläutern und auf eine Lücke aufmerksam machen, die sich aus dem scheinbaren Fehlen einer moralischen Motivation ergibt. In einem zweiten Teil werden die Lösungsansätze Kants diskutiert und zum Ende hin zu einer Synthese vereinigt. Dabei soll zentral auf die Achtung eingegangen werden, welche eigens als Lückenfüller für besagtes Problem eingeführt wird. Da der Begriff von Kant selbst nicht sehr stark konstruiert worden ist, werde auch ich vermehrt versuchen, mit Stellen aus der GMS die Stellung und die Funktion des Vernunftgesetzes zu betonen. Die Stärkung des Vernunftgesetzes als zentrales Element der kantischen Ethik zulasten des Achtungs- begriffes dient dabei auch der Untermauerung des rationalistischen Ansatzes Kants.

Es wurde auch darauf geachtet, dass im ersten Teil dieser Arbeit vermehrt Beispiele zur Illustration zum Zuge kommen. Das soll den Einstieg erleichtern und das Verständnis vereinfachen. Der zweite Teil ist dagegen deutlich technischer gehalten und es wird darin eher ein ganzheitliches theoretisches Verständnis angestrebt.

Download the Paper

Baumgartner (2014): Das Problem der moralischen Motivation im Ersten Abschnitt von Kants Grundlegung zur Metaphysik der Sitten und der Begriff „Achtung fürs Gesetz“ als Lösungsansatz. Universität Zürich (Philosophisches Seminar). Seminar: “Immanuel Kant: Grundlegung zur Metaphysik der Sitten”, HS13/FS14, Dozent: Sebastian MudersBaumgartner2014_Moralische-Motivation_bei_Kant

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s